Emanzipation ?

Paule
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Emanzipation ?

Beitragvon Paule » Fr 24. Jul 2015, 22:45

Hallo,
wenn es um Emanzipation des Mannes geht, stellt sich mir die Frage: Wovon müssen/sollen/können sich Männer emanzipieren ?
In diesem Forum habe ich den Eindruck, dass es vor allem um modische Emanzipation geht, d.h. dass Männer auch das tragen können und dürfen, was Frauen tragen. Aber geht Emanzipation nicht viel weiter, tiefer, umfasst viel mehr?

Keine Angst: Ich will hier keine "Männergruppe" gründen ;-). Aber was stört Euch am Mannsein ? Der gesellschaftlichen Rolle, die Männer tatsächlich oder nach vermeintlich allgemein vorherrschender Ansicht einnehmen/einzunehmen haben ?

Neugierige Grüße
Paule

Paule
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Re: Emanzipation ?

Beitragvon Paule » Di 28. Jul 2015, 00:17

Keine Ideen, wovon Ihr Euch emanzipieren wollt ?

Paule

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berte
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Re: Emanzipation ?

Beitragvon berte » Di 28. Jul 2015, 06:18

Nö, nicht wirklich, Paule ;) ;) ;) ;) ;) ;) ;) ;) ;)
LG
Berte

Paule
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Re: Emanzipation ?

Beitragvon Paule » Di 28. Jul 2015, 21:13

Muss ja auch nicht sein, Berte. Aber vielleicht fällt anderen ja etwas dazu ein. Schließlich gibt's das Unterforum "Emanzipation des Mannes" ja, und möglicherweise nicht ohne Grund.

Paule

tomph
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Re: Emanzipation ?

Beitragvon tomph » Mo 11. Feb 2019, 16:27

Schade, 3.5 Jahre nach dem letzten Post weiß hier immer noch niemand was zu schreiben, von was ER sich emanzipieren will. ;)

Dann möchte ich das Feuer mal wieder anfachen.

Es beginnt mit der Sprache, die - wie viele Frauen zurecht bemängeln - zwar grundsätzlich von männlichen Ausdrücken dominiert wird und dadurch seit einigen Jahren den teilweise wahnwitzigen Auswüchsen einer gendergerechten Sprache unterliegt.
Aber hier gilt das, was in vielen anderen Bereichen auch gilt: neue Claims werden i.d.R. nur für Frauen (und neuerdings das 3.te Geschlecht) abgesteckt.

Selbst der Begriff "Emanzipation", eigentlich geschlechtsneutral, wird im Duden per Nachsatz als weibliche Domäne fixiert:
- Befreiung aus einem Zustand der Abhängigkeit; Selbstständigkeit; Gleichstellung
- rechtliche und gesellschaftliche Gleichstellung [der Frau mit dem Mann]
Wikipedia klärt das eleganter auf:
Befreiung aus eigener Unmündigkeit und den Fesseln von Tradition, gesellschaftlichen Normen und vorgegebener Weltanschauung. Ziel emanzipatorischen Bestrebens ist ein Zugewinn an Freiheit oder Gleichheit, meist durch Kritik an Diskriminierung oder hegemonialen z. B. paternalistischen Strukturen, oder auch die Verringerung von z. B. seelischer, ökonomischer Abhängigkeit, etwa von den Eltern. Heutzutage steht der Begriff häufig synonym für die Frauenemanzipation.
Wenn also von Emanzipation die Rede ist, denkt der Großteil der Bevölkerung an Erweiterung der Rechte für Frauen und deren Gleichstellung.
Wie an anderer Stelle schon gesagt, finde ich das eine Selbstverständlichkeit und auch die letzten Barrieren sollten so schnell wie möglich fallen.

Aber bleibt der Mann dabei nicht ein bißchen auf der Strecke?

Einerseits geraten durch die Emanzipation die traditionellen Rollenbilder ins Wanken und aufgrund kaum nennenswerten Zugewinns für Männer wird andererseits deren Rolle immer weniger bedeutend, wodurch es zu der inzwischen immer häufiger mal diskutierten Orientierungslosigkeit der heutigen Jungs kommt.
Kurz und überspitzt gesagt: wenn Frau heute immer mehr von dem darf und kann, was früher ausschließlich Mann vorbehalten war, umgekehrt aber kaum (gesellschaftlich akzeptierte Öffnung stattfindet), für was braucht es Mann dann eigentlich noch?

Frauen "haben die Hosen an", reparieren Autos, bekommen Kinder auch ohne Mann, führen Firmen, lernen in Baumarkt-Seminaren mit Hilti, Winkelschleifer und Starkstrom umzugehen, kurz, sie "stehen ihren Mann".

Jungs werden zwar immer öfter von Müttern, Erzieherinnen und Lehrerinnen, also durchgängig weiblich groß gezogen, aber als Mann dürfen sie dann keine der weiblichen Tugenden aufweisen, sondern müssen erfolgreich, dynamisch, sportlich, tough sein, ... so wie immer schon.
Aber bitte nicht so dolle, dass es wie ein Gockel oder Macho wirkt oder Reaktionär rüber kommt, sondern so, dass es je nach aktueller Situation Frau und/oder Gesellschaft gefällt.

Und wenn Frau dasselbe kann wie Mann, dann bitte tritt zurück und lass Frau den Vortritt (sofern Frau in dem Moment will).

Gerne. Kein Problem.

Zwischenfrage: darf Mann auch mal romantisch, verspielt, verträumt sein und ist trotzdem noch ein echter Kerl?
Also mal nach Lust und Laune seine "Frau liegen" (oder wie lautet das Gegenteil von "seinen Mann stehen"?)
Gibt es Schminkseminare für Männer? Hmm, sieht man selten ...
Geburtshelfer? Nicht wirklich ein anerkannter Männerberuf ...

Ich will nicht jammern.
Ich bin gerne Mann (auch wenn ich, wie wahrscheinlich viele, nichts gegen 1-2 "Probejahre" als Frau einzuwenden hätte ... von einem vorrübergehenden Geschlechterwechsel träumen wahrscheinlich viele) und liebe mein Leben, das Leben überhaupt.

Und ich bin für die Emanzipation von Frauen.

Aber wenn wir´s mal nüchtern als Zahlenspielt betrachten, dann war´s früher doch wohl so verteilt, dass von 100% aller Möglichkeiten etwa 75% den Männern offen standen, während sich die Frauen mit 30 bis max. 40% zufrieden geben mussten.

Heute stehen Frauen auch 75%, vermutlich sogar deutlich mehr Möglichkeiten offen.

Aber für Männer hat sich das eigentlich in die Gegenrichtung bewegt, denn durch die nicht zuletzt durch die Emanzipation stattgefundene "Okkupation" bestimmter Bereiche durch Frauen / für Frauen, sind diese heute für Männer kaum noch attraktiv, weil eben weiblich belegt.
Und durch fehlende Männeremanzipation wurden im Gegenzug auch keine weiblichen Bereiche für Männer eröffnet.

Unter "Emanzipation des Mannes" verstehe ich also das Durchbrechen der starren Rollenbilder in die umgekehrte Richtung und eine Veränderung Erwartungshaltung an den Mann. Nicht nur in Modefragen, sondern allgemein. So sollte es, nur mal als Beispiel, nicht abschätzig bewertet, wenn ein Junge, der feststellt, dass der keuleschwingende und grunzende Haudrauf nicht sein Ding ist, und stattdessen für sich den Weg des strickenden Hausmanns wählt. Genau so wie Frau statt in Schürze den Kochlöffel zu schwingen eben im Blaumann die tonnenschwere Werkzeugmaschine bewegt und dafür auch nicht (mehr) schräg angeschaut wird.

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steefi
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Re: Emanzipation ?

Beitragvon steefi » Di 12. Feb 2019, 09:01

tomph hat geschrieben:
Mo 11. Feb 2019, 16:27

1. Aber wenn wir´s mal nüchtern als Zahlenspielt betrachten, dann war´s früher doch wohl so verteilt, dass von 100% aller Möglichkeiten etwa 75% den Männern offen standen, während sich die Frauen mit 30 bis max. 40% zufrieden geben mussten.
...
2. Aber für Männer hat sich das eigentlich in die Gegenrichtung bewegt, denn durch die nicht zuletzt durch die Emanzipation stattgefundene "Okkupation" bestimmter Bereiche durch Frauen / für Frauen, sind diese heute für Männer kaum noch attraktiv, weil eben weiblich belegt.
Und durch fehlende Männeremanzipation wurden im Gegenzug auch keine weiblichen Bereiche für Männer eröffnet.
meine Antworten:

zu 1.) Frauen standen früher 0 - 5 % der Möglichkeiten zur Verfügung.

zu 2. ) Männer wollen sich nicht in Frauenbereichen betätigen, da bei einigen im Hintergrund immer noch die anachronistische Rollenverteilung vergraben ist:
Männer sind für Führungskräfte, Frauen sind für Dienstleistungen geschaffen. Ein Mann der sich in die "niedere" weibliche Stellung begibt begeht Verrat am eigenen Geschlecht und wird deswegen ausgegrenzt.


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